Verlag Elke StraubeBücherDVDsCDsFeedbackAGBImpressum
www.straube-verlag.de
Zeitgeschichtliches

 

Elke Straube: Als das Maß voll war: Zur DEMO nach Leipzig

Reflexionen über ein Leben in der DDR (Vorwort von Christian Anders)

Wir haben nicht gehungert und nicht gefroren. Wir hatten
2 Fernsehprogramme, den 1. Mai, den Internationalen Frauentag,
das Einkaufsnetz und ein 18-Jähriger schon ein „Auto“,
wenn gleich nach der Geburt bestellt.

Aber der Drang nach Freiheit war stärker...

ISBN: 978-3-937699-14-1   Preis: 19.50   bestellen: elke.straube@web.de

 

 Das Buch beschreibt die Empfindungen und Erlebnisse der Autorin, die, geboren 1954, in der DDR lebte und heute noch dort lebt. Sie betrachtet rückschauend ihre Kindheit und Schulzeit und reflektiert ihre Entwicklung von der ehrgeizigen Schülerin mit Lob für „gesellschaftliche Arbeit“ über erste Bedenken während EOS und Studium und schließlich – nach 15 Jahren als parteiloser Lehrer in der DDR – zu einem Menschen im Zwiespalt und mit einer tiefen inneren Ablehnung dieser Politik. „Als das Maß voll war“ blieb als einzige Alternative und befreiendes Erlebnis nur die Teilnahme an der Leipziger Montagsdemo am 16. Oktober 89 – und die Bombe ging hoch zur Pflichtveranstaltung Parteilehrjahr am ersten Schultag...

Warum noch ein Buch zu diesem Thema?

100.000 Bücher gibt es schon zu diesem Thema. Warum also noch ein 100.001.? Weil mir der Hut hochgeht, wenn Journalisten oder Filmemacher, die nie in der DDR gelebt haben, unser Leben „nachinszenieren“. Wenn ich höre, wie naiv-dümmlich wir doch waren und dass jeder Lehrer in der DDR ja sowieso in der SED war. Wenn ich höre und sehe, wie in einer TV-Talkshow eine aufgemotzte Politlady wichtigtuerisch artikuliert, sie müsse erst darüber nachdenken, ob man die DDR tatsächlich als Diktatur bezeichnen könne. Ich bin nahe am Explodieren. ‚Als was denn sonst’, schreit alles in mir. Als Diktatur des Proletariats natürlich! Hat man mir doch unzählige Male eingebleut, in der Schule, auf der Uni, zur Dienstberatung und zum „Pädagogischen Rat“: ‚Die Diktatur des Proletariats als der einzige Weg zum Wohl der Menschheit, der Garant für den Frieden!’ Keine Staatsbürgerkundestunde oder M/L-Vorlesung ohne diesen Begriff. ‚Die Diktatur des Proletariats’, so kann ich heute noch herbeten, ist die‚ politische Herrschaft der führenden Klasse der Werktätigen im Kampf gegen Militarismus und Imperialismus. Sie ist das Hauptinstrument beim Aufbau des Sozialismus.’ Das hat man mir in M/L (Marxismus/Leninismus) beigebracht. M/L war ein Hauptfach im Lehrerstudium der DDR und Bestandteil der HAUPTPRÜFUNG zum Staatsexamen als Diplomlehrer.

Und da fragt die  Dame,
ob man die DDR eine Diktatur nennen könne...

Es ist nicht alles besser heute

Nein, es ist nicht alles besser heute. Wie auch? Aber ist es nicht illusorisch, von einer neuen Gesellschaft nur die guten Seiten haben zu wollen? Jedes Ding hat 2 Seiten, nur die 2. kannten viele von uns nicht (Tal der Ahnungslosen!). Und anschauen war nicht erlaubt. Lang ist die Liste der Ärgernisse, aber dürfen wir darum vergessen, was früher war? Vergessen und damit vergeben denjenigen, die uns eingesperrt und bewacht haben? Die zahlreichen Repressalien, wenn man nicht alles gut hieß und machte, die Toten an der innerdeutschen Grenze, die Menschenverachtung von SED und Stasi? Die Selbstherrlichkeit, mit der sie über uns herrschten? Und mit der sie bestimmten, wo und wie wir zu leben hatten? Wie sie sogar unsere Kinder systematisch für ihre politischen Ziele zu missbrauchen versuchten und Internierungslager für Kritiker und anders Denkende planten? Wie sie sogar mit Waffengewalt und Unmenschlichkeit gegen Kritiker vorgingen und in Gefängnissen der Staatssicherheit Menschen physisch und psychisch quälten? Dürfen wir deshalb tolerieren, dass diese CLIQUE bis 1981 in Leipzig Menschen hinrichtete? Heimlich und bei Nacht? Wer immer noch zweifelt, der sehe sich das Frontcover an oder stelle sich mitten hinein ins Grenzdenkmal Hötensleben, das ca. 350 Meter Grenzanlagen im Originalzustand präsentiert. Am besten zwischen Schussfeld und Hundetrasse. Und spätestens dann wissen Sie, liebe Leser, warum es in der DDR keinen Nagel, keinen Zement und keinen Meter Maschendraht gab...

Elke Straube

 

 

Horst Müller: Schwerstarbeit und Wassersuppe.

Tagebuch einer Flucht.

ISBN:

Preis: 7,00 €      bestellen: elke.straube@web.de

 

Tagebuch einer Flucht

Auszug

Kaum waren wir durch das Loch im Zaun gekrochen und hatten unsere Sachen zusammengerafft, da rannten wir wie besessen durch den Wald. Die Äste knackten - das Laub rauschte. Das Gesicht und die Hände wurden von den Stacheln der Sträucher zerkratzt – ich spürte das alles nicht. Immer nur weiter und weiter weg, damit sie uns nicht mehr erwischen!

Auf freiem Feld werfen wir uns erst einmal hin, um nach rückwärts zu blicken. Doch kein Verfolger ist zu sehen. Es scheint also geglückt. „Ach, wenn es doch bis zum Ende glücken würde“, denkt ein jeder von uns. Wir stehen wieder auf und rennen weiter über einen Bahndamm hinweg - der Atem fliegt. Den Damm haben wir mit letzten Kräften erklommen. Und die rettenden Bü-sche waren erreicht. Wir krochen in einen ziemlich dichten Busch hinein und machten es uns bequem. Einerseits machte sich ein Gefühl der Geborgenheit bemerkbar, andererseits immer wieder die bange Frage: „Würde es gelingen?“

Lange lagen wir nicht in unserem Versteck, und es war ein fernes Gewehrschießen zu hören. Kurz darauf pfiff auch schon die erste Kugel an uns vorbei und klatschte in die Erde. Sollten wir uns zu einer Aufgabe zwingen lassen? Nein und nochmals nein. Lieber das Letzte aufs Spiel gesetzt. Also flach gemacht und den Kopf wegnehmen. Und es ging. Der Abend brach herein ohne Zwischenfälle. Als es dunkel genug war, wagten wir uns aus unserem Versteck hervor. An ein paar Weiden schnitten wir uns handfeste Wanderstöcke ab. Bei herrlich klarem Sternenhimmel begannen wir unsere Wanderung. Immer querfeldein Richtung Nordost. Jedes Dorf wurde ängstlich umgangen, bei jedem Geräusch wurde halt gemacht. Mitunter war es unheimlich. Es mag wohl gegen ein bis zwei Uhr gewesen sein, als wir uns verliefen. Wir standen vor einem Busch, den wir glaubten schnell durchqueren zu können. Eingedrungen waren wir schnell, doch der Busch nahm kein Ende. Mitten drin im Wald bei Nacht, dazu kamen noch einige Wolken auf, so dass von den Sternen, die uns ja den Weg zeigten, nicht mehr viel zu sehen war. Trotzdem irren wir weiter. Von einem Baum zum anderen. Äste schlagen ins Gesicht, man sieht die Hand vor Augen nicht. Ernst taumelt vor mir her. Wenn er sich mal einen knappen halben Meter von mir entfernt, höre ich ihn nicht mehr, höre nur noch sein Tapsen. Er bleibt stehen, in der Dunkelheit habe ich es nicht gesehen; ich remple ihn an.

Er will nicht mehr, er hat aufgegeben. Er nimmt seinen Rucksack ab, legt ihn an einen Baum und setzt sich dazu. Mit solchen Schwierigkeiten hatte ich nicht gerechnet. Jetzt erinnerte ich mich, er sprach von zwei Gehirnoperationen. Da gingen ihm jetzt die Nerven durch. Ich redete ihm gut zu, so wie man es bei kleinen Kindern macht, wenn sie artig sein sollen. Aber wenn ich allein gewesen wäre, wäre es noch schwieriger gewesen. Wenn ich durch ihn auch eine schwere Bürde aufgeladen hatte, war es doch wohl immer noch einfacher als ganz allein. Schließlich steht er doch wieder auf und wir setzten unsere Suche nach den Sternen fort. Ernst sieht als erster ein Licht und bringt uns auf eine Wiese. Wir sind beide glücklich. Glück muss man haben und an sein Glück muss man glauben. Wir mussten weiter Glück haben, denn 3 Sternschweife konnte ich beobachten – also 3-fa-ches Glück. Manche lachen darüber, ich selbst lächle jetzt auch ein wenig, und doch, damals kam es mir wie ein Gruß, wie eine Aufmunterung, vor.

Durch das Irrelaufen hatten wir viel Zeit verloren......

 

Alle Preise verstehen sich incl. Mwst. Bücher werden innerhalb von Deutschland portofrei verschickt. Bitte AGB beachten.

Romantisches
Esoterisches
Kritisches
Biografisches
Zeitgeschichtliches
Englische Bücher
Verlag Elke StraubeBücherDVDsCDsFeedbackAGBImpressum
copyright Verlag Elke Straube